Das 20. Jahrhundert

Eine Postautofahrt im tiefsten Winter:

... Vorne am Fahrzeug wurde im Winter ein Schneepflug aus Holz montiert. Wenn es nicht mehr vorwärts ging, musste zur immer mitgeführten Schaufel gegriffen werden. So ist beispielsweise Baptist Holdener an einem „struben“ Wintertag morgens um halb acht Uhr in Alpthal weggefahren und erst geben 16.00 Uhr wieder von Einsiedeln zurückgekehrt.(!)

Aus Postinspektionsbericht von 1913:

„Die Bürotüre ist nicht mit Eisenblech beschlagen. Auch ist der Poststempel und die Kassa über Nacht ins Schlafzimmer mitzunehmen.“


Öffentliche und touristische Verkehrsmittel

1908 wird Julius Holdener von Einsiedeln gemäss Postführungsvertrag verpflichtet, mit der einspännigen „Rösslipost“ täglich eine Fahrt von Einsiedeln nach Alpthal und zurück zu unternehmen. Pro Fahrt wird mit etwa 50 Minuten gerechnet und der Fahrpreis beträgt 90 Rappen.

1928 fährt erstmals kursmässig ein Postauto. Die ersten Postautos waren ein „Chandler“, ein gewaltiger „Packard“ und ein „Stutz“ (8-Plätzer). Hinten am Wagen war ein Behälter montiert, in welchem das Postgut mitgeführt wurde.

1956 wird der Postautodienst von Emil Kälin übernommen und mit zwei Postautos mit je rund 24 Plätzen geführt, eines davon mit offenem Faltdach und zum Lastwagen umbaubar.

1948 wird am rechten Ufer des Gspaabaches die 1943 für den Warentransport erstellte Luftseilbahn auf die Holzegg umgebaut und die Konzession für eine Personen-Seilbahn erteilt. 1959 wird die Seilbahn auf die Holzegg am heutigen Standort neu gebaut.

1965-1980 erfolgt die Erschliessung der Skigebiete im Mythengebiet mit folgenden auf Alpthaler Gemeindegebiet liegenden Skiliften: „Brunni“, „Brunni-Haggenegg“, „Holzegg“, „Zwäcken“ und „Brünnelistock“.


Infrastruktur

Elektrizität

1951 wird eine Elektro-Genossenschaft gegründet und als Folge können bis Ende 1952 fast alle Heimwesen in Alpthal mit elektrischem Strom versorgt werden. Die Stromzufuhr erfolgt durch die CKW bzw. EWS (Elektrizitätswerk Schwyz) von Schwyzer her über die Haggenegg. Vorher bestand nur eine örtliche Stromversorgung im Dorf vor allem im Umfeld der Sägereien.

Tiefkühlanlage

1958 wird im Untergeschoss des Schulhauses eine Tiefkühlanlage erstellt, in welcher von den Einwohnern Tiefkühlfächer verschiedenster Grössen gemietet werden können. Die Anlage versieht ihren Dienst während 40 Jahren und wird dann wegen der Konkurrenz durch die Tiefkühltruhen in den Privathaushalten und „Altersprobleme“ 1998 wieder abgebrochen.

Abfall

1959 erfolgt erstmals die offizielle wöchentliche Sammlung der Haushaltabfälle mit einem kleinen Fahrzeug-Anhänger. Mit dem damals noch „problemlosen“ Hausabfall werden Geländemulden aufgefüllt. 1973 tritt die Gemeinde dem Zweckverband für die Kehrichtbeseitigung im Linthgebiet bei und damit beginnt auch die Zeit der „ordentlichen“ Abfallentsorgung in der Kehrichtverbrennungsanlage.

Trinkwasserversorgung

1975 beginnt der Ausbau der heutigen Gemeinde-Wasserversorgung. Mit der sehr ertragreichen Quelle im „Langwald“ kann das ganze Dorf und fast die ganze Umgebung südlich bis zur Stöcken und nördlich bis zur Gemeindegrenze versorgt werden. Die Wasserversorgung im Brunni dagegen erfolgt durch private Wasserversorgungen.

Abwasser

1980 beginnt die Zeit der geordneten Abwasserentsorgung. Vom Brunni bis zur Gemeindegrenze zu Einsiedeln wird das Abwasser im Trennsystem (Meteor- / Schmutzwasser) geführt und das Schmutzwasser der Abwasser- Reinigungsanlage des Bezirkes Einsiedeln zugeführt.